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Mein freiwilliges soziales Jahr in einer WG für blinde und sehbehinderte Menschen

Warum wolltest du einen Freiwilligendienst machen?

Ich wollte die Möglichkeit nutzen, nach dem Abitur für ein Jahr einen Einblick in den Arbeitsalltag zu bekommen, der ohne ein FSJ nicht möglich gewesen wäre. Außerdem wollte ich schauen, ob mein Berufswunsch, Sozialarbeiterin zu werden, mich nicht nur theoretisch fesselt sondern mir auch praktisch Freude bereitet.

Was denkst du, bringt einem ein Freiwilligendienst?

Durch das FSJ bekommt man einen Einblick in die Welt einer sozialen Institution, den man ungelernt so nie bekommen würde. Es ist nicht nur die Arbeit mit den Menschen, die einem unglaubliche Freude und neue Erfahrungen bringt, sondern man lernt auch sehr viel über sich selbst als Arbeitskraft. Ich arbeite zum Beispiel nur von 14-22 Uhr im Spätdienst, weil in der WG keine Frühdienste nötig sind. Hierbei habe ich gelernt, dass das nicht die Zeiten sind, in denen ich später mein Leben lang arbeiten möchte. Ich weiß nun, dass ich mir einen regelmäßigen, strukturierten Arbeitsalltag wünsche, der morgens zwischen sechs und neun Uhr anfängt.

Was hast du in deinem Freiwilligendienst gelernt?

Ich konnte meine Fähigkeit mit Menschen zu arbeiten ausbauen und habe gelernt, wie ich in Krisensituation zu handeln habe. Außerdem habe ich die Blindenschrift erlernt und kann diese nun lesen und mit einer Blindenschreibmachschine schreiben.
Natürlich habe ich auch den Umgang mit den blinden und sehbehinderten Menschen gelernt – vor dem FSJ bin ich nämlich noch nie in Berührung mit dieser Sinnesbehinderung gekommen. Ich konnte mir außerdem auch Wissen über unterschiedliche Behinderungen, wie z.B. Autismus, aneignen.

Was war der bewegendste Moment in deinem Freiwilligendienst?

Ich glaube, das, was mich am meisten bewegt, ist, dass ich gesehen habe, dass einfach viele Menschen mit Behinderung aus den unterschiedlichsten Gründen nicht das gesamte Spektrum ihrer Möglichkeiten ausschöpfen können oder wollen.

Hierbei ist mir auch aufgefallen, dass Inklusion noch einen langen Weg vor sich hat, um vollständig und gut umgesetzt zu werden. Trotz allem denke ich, dass wir auf einem guten Weg sind und das bewegt mich natürlich auch im positiven Sinne.

Was gefällt dir an den Seminaren bei uns?

Ich finde es schön, dass wir in Hamburg bleiben und nicht jedes Seminar wegfahren. Somit hatten wir die Möglichkeit, viel von externen Referenten zu lernen, die Tag für Tag im Elsa Brändström Haus zu Besuch waren. Wir haben die Möglichkeit, Themen und Ausflüge für die Seminare mitzugestalten und kommen somit innerhalb der Seminargruppe intensiv ins Gespräch. Dies lässt die Gruppe natürlich über die gesamte Seminarzeit sehr zusammenwachsen.
Durch die anderen Mitglieder der Seminargruppe hat man die Möglichkeit, über Zweite Einblick in andere soziale Institutionen zu bekommen.

Wieso machst du deinen Freiwilligendienst beim Elsa Brändström Haus?

Meine Freunde haben mir das tatsächlich empfohlen. Sie haben die Seminare und unter anderem das Essen im „Elsa“ ziemlich angepriesen. Somit stand für mich fest, dass es mir auch gefallen würde. Ich hatte mich auch bei anderen Trägern beworben. Diese hatten allerdings keine Plätze mehr frei, die mir gefallen hätten.

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?

Wie sagt man so schön: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

„Durch das FSJ bekommt man einen Einblick in die Welt einer sozialen Institution, den man ungelernt so nie bekommen würde.“
Lisa, 20 Jahre